Turniere

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Vereinsmeister Stadtmeister
2013/14 E. Christ 2014 Ph. Müller
2014/15 E. Christ 2015 E. Christ
2015/16 St. Günther 2016 Z. Szczep
2016/17 E. Christ/Z.Szczep 2017 Z. Szczep
2017/18 E. Christ 2018 J. Kraft
2018 Z. Szczep 2019 J. Kraft



Deizisauer Herbstopen

Fünf Teilnehmer des Schachvereins Weingarten waren vom 25. – 28.10.2019 an den Brettern der Gemeinschaftsschule in Deizisau vertreten. Mit ca. 130 Teilnehmern war die Turnhalle gut gefüllt. Trotzdem waren es fast ein Drittel weniger Teilnehmer, als üblicherweise in den Vorjahren in der Gemeindehalle antraten. Julian Kraft, Katrin und Stefan Leser spielten im stärksten Feld des A-Turniers. Sechs der sieben Partien konnte Julian an den vorderen Livebrettern bestreiten, eine davon gegen den erstgesetzten Großmeister Alexandre Dgebuadze. Die Partie war lange Zeit ausgeglichen, wobei Julian durch kleine Ungenauigkeiten schließlich doch in Nachteil geriet. Er holte sich jedoch 4 Punkte und die beste Buchholzwertung in diesem Turnier. Katrin, ebenfalls vier Punkte, hatte in ihren Partien öfters materiellen Vorteil, erlaubte sich jedoch in besserer Stellung einen schlechten Zug, lehnte Remis ab und verlor dann unglücklich und in Zeitnot. Den Damenpreis hat sie knapp verpasst. Stefan fand anfangs im Endspiel nicht den besten Zug und verlor. Dann erholte er sich punktemäßig. In der letzten Partie wurde er gegen seine Schwester Katrin gelost, bei der es um den Damenpreis ging. Es blieb bei 3 Punkten. Thomas Leser spielte im B-Turnier und nahm bis auf eine verlorene Partie einen ganz guten Verlauf. Jedoch fehlte es bei der einen oder anderen Partie an Durchschlagskraft, wodurch es bei einem Remis, aber letztlich 4 Punkten blieb. Heike erzielte im C-Turnier 2,5 Punkte, gab in zwei ausgeglichenen Partien durch Damen- bzw. Turmeinsteller Punkte her. An anderer Stelle fehlte teilweise die gewinnbringende Idee bzw. blieb durch verfrühten Angriff der Erfolg aus.



Zbigniew Szczep wird OSEM-Vizemeister

Mit 16 Teilnehmern des SV Weingarten, darunter 3 als passiv gemeldete, stellte unser Verein erneut das zahlenmäßig stärkste Kontingent bei der diesjährigen Oberschwäbischen Einzelmeisterschaft. Im A-Turnier war zu Beginn der letzten Runde an der Spitze noch alles offen, doch kamen alle drei Favoriten zu Siegen. Somit stand fest, dass Zbigniew Szczep zwischen FM Dmitriy Anistratov und FM Holger Namyslo mit 5.5 Punkten und der besseren Feinwertung den 2. Preis erhielt. Katrin Leser (3.5), Stefan Leser (3.5), Julian Kraft (3.5), sie haben sich damit zum A-Turnier der nächsten OSEM qualifiziert, und Marina Heil (3.5) befanden sich mit Platz 8-11 dicht beieinander, nur Stefan Günther, der lediglich ein einziges Remis erreicht hatte, lag mit 0.5 Punkten abgeschlagen am Ende der Tabelle. Während Szczep, der OSEM-Meister von vor zwei Jahren wieder durch beeindruckende Turmendspielkünste glänzte, zeigten die Jugendlichen mit in die Tiefe reichenden sehr interessanten Varianten erneut, dass wiederum große Fortschritte in der schachlichen Entwicklung erzielt werden konnten. Im B-Turnier erhielt Phillip Buth, der um Haaresbreite am 3. Preis vorbeischlitterte, den Pokal als bester Jugendlicher und ist ebenfalls im nächsten Jahr zum A-Turnier vorqualifiziert. Am Ende standen bei ihm 5.0 Punkte zu Buche, da er in der letzten Runde gegen den starken Thomas Kromer die Oberhand behielt. Peter Heil landete mit 4.5 Punkten ebenfalls noch im vorderen Bereich, während die übrigen Weingärtner Artur Kreuzer (3.5), Thomas Leser (2.5), Eldin Selimovic (2.5), Pavel Sluka (2.5), Kenan Selimovic (2.0), Heike Leser (2.0), Olga Kreuzer (1.0) und Miron Bork (1.0) auf den hinteren Rängen anzutreffen waren. Kenan und Eldin müssen allerdings gesondert betrachtet werden, denn sie konnten nur 5 der 7 Runden mitspielen, was ihr Ergebnis positiv relativiert, zumal Kenan gegen die spätere Damenpreisträgerin in einer mustergültigen Französischvariante den Sieg davontrug und auch Eldin sich gut gewappnet präsentierte. Miron konnte in seinem ersten großen Erwachsenenturnier in einem Spiel gegen einen 650 DWZ-Punkte stärkeren Gegner auf Gewinn stehend seinen Vorsprung leider nicht verteidigen. Für die Kinder war es eine wertvolle Erfahrung, dass in Langzeitpartien eines solchen Turniers möglichst in die Tiefe gehende Berechnungen und Ausdauer gegenüber Blitztechniken eindeutig die besseren Ansätze sind.






Julian Kraft verteidigt seinen Titel

Wie hart die vorderen Ränge beim SV Weingarten mittlerweile umkämpft sind, zeigte sich auch in der jüngst zu Ende gegangenen Stadtmeisterschaft 2019, in welcher Julian Kraft seinen Erfolg vom Vorjahr wiederholen konnte. Denkbar knapp, mit 6.5 Punkten und einem halben Buchholz-Punkt Vorsprung, verwies er Zbigniew Szczep auf den zweiten Platz. Das direkte Duell der beiden war unter Zeitnot unentschieden ausgegangen. Überhaupt spielte die Zeitnot in den Spitzenpaarungen eine erhebliche Rolle, so geriet der drittplatzierte Eberhard Christ (5.0 Pkt.) gleich in zwei entscheidenden Partien, obwohl auf Gewinn- bzw. mindestens ausgeglichen stehend, unter die Räder, weil ihm die Sekunden zum Schluss verrannen. Dennoch reichte es, auch hier dank der besseren Buchholz- Wertung, zu einem Preis. Insgesamt waren 26 Spieler am Start, darunter drei vereinslose Gäste, sowie vier Kinder. Letztere schlugen sich achtbar und kamen allesamt auf 3.0 Punkte, was ihnen weiteren Auftrieb geben sollte.



Grenke-Open mit fast 2000 Teilnehmern

Zum diesjährigen Schachturnier hatten sich, verteilt auf A-/B- und C-Open, zahlreiche Schachspieler aus aller Welt in der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe eingefunden. Überragt wurde es vom Grenke Chess Classic, das am Samstag startete und das Spitzenspieler, wie Magnus Carlsen, Fabiano Caruana, Viswanathan Anand u.a., darunter auch das deutsche 14-jährige Toptalent Vincent Keymer, vereint. Gleich zu Beginn durfte Keymer gegen den amtierenden Weltmeister spielen und musste erst nach 6 h 45 min. die Segel streichen, nachdem ihn manche Engines lange Zeit über leicht im Vorteil sahen. Im A-Open waren aus Weingartener Sicht 2 Spieler am Start. Schon die Hürde zur Teilnahme lag mit Elo 1900 höher als sonst. Katrin Leser konnte mit 4.0 Punkten gegen starke Gegner ein sehr erfreuliches Resultat erzielen, was ihr einen satten Zuwachs an DWZ/ bzw. Elo einbringt. Philipp Müller erkämpfte sich, ebenfalls im A-Turnier spielend, 3.0 Punkte. Gesamtsieger wurde der deutsche Nationalspieler GM Daniel Fridman. Im B-Turnier erspielte sich Thomas Leser vom SV Weingarten mit 4.5 Punkten unter wesentlich stärkeren Gegnern ein tolles Resultat und auch Artur Kreuzer, der sehr verheißungsvoll mit einem Sieg in Runde 1 ins Turnier startete, war mit 2.0 Punkten sicher zufrieden. Einzige Spielerin aus Weingarten im C-Turnier war Olga Kreuzer, die hier erstmals richtig die Luft eines großen Opens schnupperte und auf beachtliche 3.5 Punkte kam. So war der SV Weingarten mit insgesamt 5 Spielern, welche alle schöne Eindrücke mit nach Hause nahmen, in Karlsruhe vertreten.




Einem Großmeister auf den Zahn gefühlt

Das 31. Int. Staufer-Open 2019 in Schwäbisch Gmünd brach mit ca. 500 Schachspielern, 51 Titelträger inklusive, wiederum alle Teilnehmerrekorde. Aus der Weingärtner Gruppe ragten während dieser 9 Runden einmal mehr die Jugendlichen hervor, die mit Katrin Leser und Julian Kraft auch überregional auf sich aufmerksam machen konnten. So bezeichnete die örtliche Presse Julian, als dieser nach 3 makellosen Runden dem bekannten lettischen Großmeister Normunds Miezis auf den Zahn fühlen durfte, ohne Umschweife als Toptalent. Katrin Leser (5.0 Pkt.) konnte sich von Runde zu Runde im A-Turnier steigern, was ihr die Begegnung mit dem tschechischen IM Josef Jurek einbrachte, wo sie etwas besser stehend in Zeitnot schließlich in sein Remisangebot einwilligte und damit sogar einen halben Punkt mitnahm! Die Umsicht in der Verteidigung der eigenen Stellung läßt ihre Angriffe aus dem soliden Fundament der Sicherheit erwachsen und verleiht ihnen den entsprechenden Nachdruck. Philipp Müller (4.5 Pkt.) spielt auf solchen Turnieren immer stark, bewandert in der Königsindischen Verteidigung, aber auch, als es darum ging, sein Läuferpaar so zur Geltung zu bringen, dass am Ende sogar eine Mehrfigur zu Buche stand. Julian Kraft (4.0 Pkt.) wuchs zunächst gehörig über sich hinaus und war erfreut, die 4. Runde im Sperrbezirk für die Prominenz spielen zu dürfen. Er veränderte seine Spielweise, die zwar durchdacht ist, aber jederzeit Überraschungsmomente beinhaltet, nicht, sondern versuchte es gegen den lettischen GM mit einem temporären Läuferopfer auf f4 mit durch einen Abzug eingeleiteten Tausch einer weiteren Leichtfigur gegen einen Turm, was geeignet erschien, den König zu attackieren, vom GM aber dann später in für ihn günstige Bahnen geleitet wurde. Stefan Günther (3.0 Pkt.) konnte die anfängliche Überlegenheit in Runde 1 leider nicht in einen Sieg umwandeln und musste seiner Form weiter etwas hinterherlaufen, wobei in den wildesten Stellungen des Wolga-Gambits, hier hatte er 3 weitere Bauern für den schwarzfeldrigen Läufer hergegeben, endlich ein voller Punkt erschien. Schöne englische Angriffe sah man wieder von Phillip Buth (2.5 Pkt.), die zum Teil in Zählbares umgewandelt werden konnten. In der letzten Runde konnte er sich aber nicht auf eigene Vorbereitungen stützen, da er es mit Grobs bei vertauschten Farben zu tun bekam. Im B-Turnier spielte auch unser weißrussischer Gast Ivan Vitalisov (6.0 Pkt.), der über ein Gespür für positionelles Spiel verfügt und in seiner ruhigen Art einen Punkt nach dem anderen einheimste. Stefan Leser (5.0 Pkt.) rang diesen im internen Vergleich zwar sehenswert nieder, doch musste er für diesen Erfolg in der nächsten Runde an Brett 1 spielen, was ihm Nervosität verursachte, zumal an diesem Tag die Fernsehaufnahmen gedreht wurden. Thomas Leser (3.5 Pkt.) neigte manchmal dazu, nach schönen spannenden Partien mit gelungenen Manövern seinen zumeist jugendlichen Gegnern einen halben Punkt zu gönnen, vielleicht etwa, weil ihm der Vorteil nicht groß genug vor Augen stand, in deren Augen ihm dies aber manche Sympathie eingebracht haben dürfte. Heike Leser (1.5 Pkt.) baut zu Beginn zumeist interessante und stabile Stellungen auf, könnte aber noch einiges dafür tun, in taktischer Hinsicht manchmal später einen handfesten Streit vom Zaun zu brechen, um die Stärken ihrer wirksamsten Figuren besser in Szene setzen zu können. Die Turniere waren in diesem Jahr sowohl zahlenmäßig, als auch qualitativ etwas verändert, was vielleicht auch daran gelegen haben könnte, dass die ostdeutschen Verbände eine größere Nachwuchsschar von hervorragenden Talenten entsandt hatten. Für die Spieler aus Weingarten brachte das Open in jedem Fall die Bereicherung eigener Erfahrung mit sich.