Berichte 1. Mannschaft

Aktuelle Aufstellung s. Bezirksliga OS Süd

Weingarten schafft erneut den Aufstieg

Durch einen deutlichen 7.5:0.5 Erfolg gegen Ravensburg I erreichten die Schachfreunde von Weingarten I bereits vor dem letzten zentralen Spieltag der Bezirksliga in Lindau den Wiederaufstieg zur Landesliga. Getragen wurde diese Leistung von der Beständigkeit und der Motivation aller Mannschaftskollegen, dieses Ziel zu erreichen. Josef Möhrle (Brett 8) steuerte kampflos den ersten Punkt bei, nachdem Ravensburg dieses Brett unbesetzt gelassen hatte. Mannschaftsführer Stefan Günther (Brett 7) setzte seinen jugendlichen Gegner mit aktiver Bauernführung unter Druck, bis eine Leichtfigur erobert werden konnte und dessen mutige Verteidigung zusammenbrach. Mit ebenso einer Leichtfigur im Vorteil startete Maximilian Habisreutinger (Brett 5) einen Bauernsturm, dem ein weitestgehend auf sich gestellter König nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Als Stefan Leser (Brett 4) mit einem gedeckten Turm auf g3 in die gegnerische Stellung eingedrungen war und die Dame bedrohte, ergaben sich durch deren Rückzug weitere Schwierigkeiten, die unter Zuhilfenahme eines Springers spielentscheidend wurden, was sein Gegner nicht ganz bis zum Schluss anschauen mochte. Zbigniew Szczep (Brett 1) brachte wieder das Maroczy- System aufs Brett, konnte aber durch Blockade keine entscheidenden Vorteile nachweisen und nahm das gegnerische Remisangebot an. Nach einem Königsinder, der in seltenem Verlauf dem Weißspieler zwei verbundene Freibauern am Damenflügel verschafft hatte, agierte Dirk Schmidt (Brett 6) umsichtig und siegte mit Mehrbauern sowie mit der den König attackierenden Kraft von Dame und Turm. Eberhard Christ (Brett 3) und Julian Kraft (Brett 2) wendeten beide viel Geduld auf, um sich auf möglichst sicherem Pfade dem Erfolg zu nähern. Daher spielten sie die längsten Partien des Tages. In ersterer dominierte zunächst ein Dame-Turm-Angriff auf der f-Linie, doch konnte dieser gestoppt werden, worauf die c-Linie und ein weißfeldriger Läufer im Leichtfigurenendspiel entscheidendere Bedeutung erlangten. Das knappe, doch sichere Turmendspiel der zweiten Partie hatte seine Vorgeschichte in etwas ungleicher Entwicklung und einer leichten Schwäche, die sich im Isolani der gegnerischen Stellung manifestierte. Die Spieler vom SV Weingarten setzten sich in der Bezirksliga bislang ohne Punktverlust durch und werden in der kommenden Saison ihre Kraft auf den Klassenerhalt in der Landesliga richten.

Weingarten baut Vorsprung in der Bezirksliga aus

Zwei Spieltage vor Saisonende hat sich der Vorsprung der Weingärtner zu den Verfolgern auf 4 Punkte erhöht. Damit reicht ihnen zur Meisterschaft selbst ein Mannschaftsremis aus den beiden kommenden Begegnungen. Gegen Lindau II gab es bereits durch Josef Möhrle (Brett 8) einen Punkt spielfrei, da die Lindauer nur zu siebent antraten. Die übrigen Partien zogen sich zumeist über die volle Zeitdistanz hin, dabei erschien der erste weitere Punkt durch Phillip Buth (Brett 5), wo man es am wenigsten erwartet hätte. Nach bekannten Elementen aus der Französischen Verteidigung war bei halboffener g-Linie durch den Tausch der Dame gegen 2 Türme der gegnerische Angriff ins Stocken geraten, wodurch der Gegner aufgab. Stefan Leser (Brett 4) erhöhte sehenswert mit Mattangriff, nachdem er zuvor die Dame gegen mehrere strategische Vorteile gab und ein Turmeinsteller die Sache vereinfachte. Die Verstärkung der Fesselung eines Springers von Julian Kraft (Brett 2) verfehlte ihre Wirkung, als über Sg3 die Dame angegriffen wurde, worauf eine Leichtfigur erobert werden konnte. Zbigniew Szczep (Brett 1) erkämpfte den zum Mannschaftssieg noch fehlenden Punkt in einem Turmendspiel, das über die etwas günstigere Struktur der Bauernformation sowie die bessere Königsaktivität entschieden wurde. Bei Eberhard Christ (Brett 3) sah es lange Zeit nach einem Sieg aus, denn die Bauern (e/f) erzeugten im Verbund mit gut positionierten Läufern und Türmen erheblichen Druck. Dennoch gelang es dem Gegner, über Figurentausch in ein Leichtfigurenendspiel bei je 2 Bauern überzugehen, wobei zu bemerken war, dass eine theoretische Remisstellung über den Randbauern nebst „falschem“ Läufer im Entstehen war, somit ein halber Punkt verloren ging. Bereits in einem frühen Stadium hatte Wieland Hoffmann (Brett 7) es nach dem Orang Utan gut geschafft, seine Kräfte im Königsflügelangriff zu bündeln, und stand für einen Durchbruch bereit, spielte allerdings einige wenige Züge ohne den erforderlichen Nachdruck und musste trotz Mehrqualität zum Schluss dankbar über ein Remis sein. Die längste Partie, welche ebenfalls remis endete, spielte Dirk Schmidt (Brett 6). Auch er war verheißungsvoll gestartet, baute auf ein zuvor provoziertes „Eselsohr“ Druck mit Df1 und Le2 auf, konnte aber nicht verhindern, dass der Gegner über einen Abtausch, der nur temporär Material kostete, in ein Endspiel von Dame und Turm abwickelte, wonach beide Seiten ziemlich ausgeglichen standen.

Stimmungsvoller Spieltag in Friedrichshafen

Das äußere Ambiente, welches der SV Friedrichshafen durch sein Spiellokal im Clubhaus des Württ. Yachthafens mit tollem Blick über den Bodensee zu bieten hatte, gepaart mit dem lichtwechselnden Wetter und einer gehörigen Brise, vermochte den Schachfreunden von Weingarten I ihren 5:3 Erfolg als stimmungsvolles Erlebnis noch zu verschönern. Nach wie vor mit zwei Punkten Abstand Tabellenführer, startete Weingarten mit einer Niederlage durch Wieland Hoffmann (Brett 8) in den Tag. Er konnte gegen die Englische Eröffnung kein geeignetes Gegenspiel finden und büßte erst einen Bauern, später dann durch sichere Initiative des Gegners den Punkt ein. Phillip Buth (Brett 5) glich aus, nachdem sein Gegner wahrgenommen hatte, wie es um seine Position bestellt war, wo zwar der König nach langer Wanderschaft wieder ein sicheres Plätzchen gefunden zu haben schien, doch der Verlust einer Leichtfigur, obendrein bei Bauernminorität, drohte, und aufgab. In der Partie von Dirk Schmidt (Brett 6) glaubte man fest an den Sieg durch seinen Königsangriff mit vorgerückten Bauern, musste aber konstatieren, dass sich der Gegner etwas hat einfallen lassen, mit einem Turm hinter die Reihen zu kommen, und letztlich triumphierte. Stefan Leser (Brett 4) zeigte in der Abtauschvariante der Französischen Verteidigung seine reife Spielweise, indem er mit Revolverspringern und gut positionierten Türmen die gegnerische Stellung auseinanderhebelte und mit drohendem Turmgewinn für den nächsten Punkt sorgte. Auch Stefan Günther (Brett 7), der wieder einen Isolani belagerte, genoss die nach Abtausch mehrerer Schwerfiguren entstandene Gewinnstellung. Nun benötigte Weingarten noch mindestens 1.5 Punkte aus 3 Spielen. Erlösend schien der unverhofft schnelle Sieg durch Julian Kraft (Brett 2), der ohne einen gegnerischen Lapsus womöglich noch ein interessantes Endspiel vor sich gehabt hätte. Dieses sah man nun bei Eberhard Christ (Brett 3), als sich ein 4-Bauern-Angriff, oder was von ihm übrig geblieben war, in ein sehr spannendes Turmendspiel entwickelte. Ein Mehrbauer wurde zur Erlangung einer besseren Angriffsposition wieder zurückgegeben, doch mussten auch Spitzfindigkeiten des Gegners berücksichtigt werden. Es gelang einmal mehr durch eine ausgefeilte Endspieltechnik. Die längste Partie spielte Zbigniew Szczep (Brett 1), der sehen musste, wie sein Königsangriff mit Läufer, Turm und Dame auf der h-Linie zum Erliegen kam, und der in der notwendigen Umgruppierung seiner Figuren einen Bauern einbüßte, wobei zu hoffen stand, dass er das reine Turmendspiel in ein Remis würde retten können. Dass dies nicht gelang, sprach für die Qualitäten seines Gegners.

Weingarten setzt sich in der Tabelle ab

Durch einen ungefährdeten 6:2 Sieg gegen Tettnang II konnte sich Weingarten I in der Bezirksliga deutlicher, da gleichzeitig Mengen II gegen Ravensburg I unterlag, als Tabellenführer absetzen. Stefan Leser (Brett 4) besorgte mit einem gegen einen Turm gerichteten Läuferpaar, was Qualitätsgewinn mit sich brachte, die Führung. Maximilian Habisreutinger (Brett 5) erhöhte, da er sich bei phantastischer Angriffsstellung regelrecht aussuchen durfte, welche Kombination er anwenden wollte. Dabei übertrafen sie sich gegenseitig an Schönheit. Zum 3:0 gelangte Stefan Günther (Brett 8) mit seiner Partie, die geprägt war von der Belagerung eines gegnerischen Isolani, taktischem Figurengewinn und einem durch angebotenes Läuferopfer unausweichlichen Matt. Zbigniew Szczep (Brett 1) war auf dem Wege, durch einen attackierten Turm, der auf der leeren e-Linie kein nutzbares Feld mehr fand, eine Leichtfigur zu erobern, aber sein Gegner gab vorher auf. Die Partie von Dirk Schmidt (Brett 7) stand ebenfalls, durch erheblichen Druck am Königsflügel, auf Gewinn, doch ging in der Hitze des Gefechts ein ganzer Turm verloren, was das Resultat ins Gegenteil verkehrte. Phillip Buth (Brett 6) überzeugte durch positionelles Spiel, um den richtigen Moment abzuwarten, nach Figurentausch einen Freibauern zu bilden, welcher dann den Kampf entschied. Einen etwas schwereren Stand hatte Julian Kraft (Brett 2), als er sich einer Dame-Turm-Batterie gegenübersah, was die eigentlich zum Angriff benötigten Figuren mit Verteidigungsaufgaben belegte. Ein vorbeiziehender Bauer ermöglichte die Vereinfachung, in deren Verlauf Julian die Dame gegen Turm und Läufer eintauschte und versuchte mit, einer einfachen Bauernmajorität das Endspiel zu gewinnen (abgelehntes Remisangebot), doch später ein einzügiges Matt übersah. Eberhard Christ (Brett 3) stellte mit einem schön herausgespielten Sieg, bei zunächst gewonnener Leichtfigur, später mit zwei Mehrbauern im Turmendspiel und einer ausgefeilten Technik den Schlussstand her.

Klarer Sieg beim Freundschaftsderby

Mit einem 6:2 Erfolg der Gastgeber endete das Lokalderby zwischen Wetzisreute I und Weingarten I, die ihre Gäste zum 2. Spieltag in der Bezirksliga empfingen. Beide Mannschaften waren in Bestbesetzung angetreten, was den Stellenwert des Vergleichs der befreundeten Vereine unterstrich. Weingarten, als Favorit in diese Begegnung gestartet, legte mit fulminantem Angriffsschach durch Maximilian Habisreutinger (Brett 5), der nach der Abtauschvariante der Französischen Verteidigung die gegnerische Rochadestellung zertrümmerte, los und ging mit 1:0 in Führung. Ein anderes Bild bot sich bei gleicher Eröffnung in der Partie von Zbigniew Szczep (Brett 1), als er in unübersichtlicher Stellung, mit Figurenverlust infolge einer Bauerngabel konfrontiert, das Remisangebot nicht ausschlagen mochte. Ein weiteres Remis erreichte trotz leicht unvorteilhafter Stellung, die einen starken Springer als Vorposten auf e5 gegen sich sah, Eberhard Christ (Brett 3), aber Julian Kraft (Brett 2) entfesselte gleichzeitig einen derart schönen und wirkungsvollen Angriff gegen einen angedachten Königsinder, der es allerdings nicht bis zur Rochade schaffte und somit einem Trommelfeuer durch wild um sich schlagende Bauern und einer herbeigeeilten Dame ausgesetzt war, dass sich durch Aufgabe das Ergebnis erhöhte. Ein spannendes Spiel konnte Phillip Buth (Brett 6) mit seiner Englischen Eröffnung verbuchen. Hier gab es beiderseitige Angriffe mit unklarer Prognose, doch stellte sein Gegner im Übermut seiner Drohung eine Leichtfigur ein, was ebenfalls zum baldigen Erfolg reichte. Eine mustergültige Partie á la Lanka erlebte man von Dirk Schmidt (Brett 7), als er unter Zuhilfenahme der f- und g-Bauern nebst Errichtung einer Dame-Turm-Batterie seinen Gegner in arge Verteidigungsnöte zwang, bis dieser schließlich kapitulierte. Stefan Günther (Brett 8) versuchte, positionell zu agieren, um im entscheidenden Moment Schwächen in der gegnerischen Stellung nachzuweisen. Dies gelang, als sich der Kampf im Zentrum zu forcieren begann, und endete nach Damentausch mit einem Mehrbauern, der zu noch größerem Vorteil, und schließlich zum Sieg führte. Einzig Stefan Leser (Brett 4) musste sich diesmal geschlagen geben, nachdem er in verheißungsvoller Stellung nicht ausreichend acht auf die Fluchtfelder seiner Dame gab, diese dann verloren ging und den Endstand von 6:2 für Weingarten sicherstellte.

Auftaktsieg für Weingarten in Leutkirch

Nachdem Weingarten IV am vergangenen Sonntag schon in der B-Klasse mit 6:0 in Ertingen gewinnen konnte, startete nun auch Weingarten I gegen das mitfavorisierte Leutkirch I in der Bezirksliga mit 5.5:2.5 erfolgreich. Der Punkt von Zbigniew Szczep (Brett 1) wurde kampflos gewonnen, da sich sein Gegner über die Karenzzeit hinaus verspätete. Zwei Remis durch beide Ersatzspieler Hubert Müller (Brett 8), der zuerst einen Bauern umwandelte und damit über Schachgebote verfügte, sowie Wieland Hoffmann (Brett 7), der bei unrochiertem König versuchte, seine Stellung aktiv aufzubauen, doch in einem festgefahrenen Endspiel landete, sicherten das Ergebnis. Julian Kraft (Brett 2) setzte in der Katalanischen Eröffnung b- und c-Bauern durch, die, bei gleichzeitiger Schachdrohung auf f2 gegen die gegnerische Dame gerichtet, für erheblichen Wirbel sorgten und das Spiel zugunsten von Weingarten entschieden. Einen gewohnt souveränen Engländer sah man von Phillip Buth (Brett 5), wenn auch für den Sieg einige Geduld gebraucht wurde. Stefan Leser (Brett 4) geriet gegen das Londoner System und Colle-Bauern etwas in Zeitnot, was durch ungenaue Züge einen Bauern kostete und damit die Stellung beschädigte. Hingegen konnte Eberhard Christ (Brett 3) sein Angriffsübergewicht, das sich gleich gegen mehrere schwache Punkte auf der 7. Reihe richtete, sorgfältig weiter verstärken, bis die gegnerische Königsstellung zusammenbrach. Die längste Partie, eine Variante aus der Russischen Verteidigung, absolvierte Mannschaftsführer Stefan Günther (Brett 6). Es dominierte auch hier Zeitnot und führte trotz eines Mehrbauern zur Annahme des Remisangebots, da im komplizierten Damenendspiel auch latente Mattdrohungen verborgen waren. So startete Weingarten I erfolgreich in die Saison.