Berichte 1. Mannschaft

Aktuelle Aufstellung s. Bezirksliga OS Süd

Weingarten setzt sich in der Tabelle ab

Durch einen ungefährdeten 6:2 Sieg gegen Tettnang II konnte sich Weingarten I in der Bezirksliga deutlicher, da gleichzeitig Mengen II gegen Ravensburg I unterlag, als Tabellenführer absetzen. Stefan Leser (Brett 4) besorgte mit einem gegen einen Turm gerichteten Läuferpaar, was Qualitätsgewinn mit sich brachte, die Führung. Maximilian Habisreutinger (Brett 5) erhöhte, da er sich bei phantastischer Angriffsstellung regelrecht aussuchen durfte, welche Kombination er anwenden wollte. Dabei übertrafen sie sich gegenseitig an Schönheit. Zum 3:0 gelangte Stefan Günther (Brett 8) mit seiner Partie, die geprägt war von der Belagerung eines gegnerischen Isolani, taktischem Figurengewinn und einem durch angebotenes Läuferopfer unausweichlichen Matt. Zbigniew Szczep (Brett 1) war auf dem Wege, durch einen attackierten Turm, der auf der leeren e-Linie kein nutzbares Feld mehr fand, eine Leichtfigur zu erobern, aber sein Gegner gab vorher auf. Die Partie von Dirk Schmidt (Brett 7) stand ebenfalls, durch erheblichen Druck am Königsflügel, auf Gewinn, doch ging in der Hitze des Gefechts ein ganzer Turm verloren, was das Resultat ins Gegenteil verkehrte. Phillip Buth (Brett 6) überzeugte durch positionelles Spiel, um den richtigen Moment abzuwarten, nach Figurentausch einen Freibauern zu bilden, welcher dann den Kampf entschied. Einen etwas schwereren Stand hatte Julian Kraft (Brett 2), als er sich einer Dame-Turm-Batterie gegenübersah, was die eigentlich zum Angriff benötigten Figuren mit Verteidigungsaufgaben belegte. Ein vorbeiziehender Bauer ermöglichte die Vereinfachung, in deren Verlauf Julian die Dame gegen Turm und Läufer eintauschte und versuchte mit, einer einfachen Bauernmajorität das Endspiel zu gewinnen (abgelehntes Remisangebot), doch später ein einzügiges Matt übersah. Eberhard Christ (Brett 3) stellte mit einem schön herausgespielten Sieg, bei zunächst gewonnener Leichtfigur, später mit zwei Mehrbauern im Turmendspiel und einer ausgefeilten Technik den Schlussstand her.

Klarer Sieg beim Freundschaftsderby

Mit einem 6:2 Erfolg der Gastgeber endete das Lokalderby zwischen Wetzisreute I und Weingarten I, die ihre Gäste zum 2. Spieltag in der Bezirksliga empfingen. Beide Mannschaften waren in Bestbesetzung angetreten, was den Stellenwert des Vergleichs der befreundeten Vereine unterstrich. Weingarten, als Favorit in diese Begegnung gestartet, legte mit fulminantem Angriffsschach durch Maximilian Habisreutinger (Brett 5), der nach der Abtauschvariante der Französischen Verteidigung die gegnerische Rochadestellung zertrümmerte, los und ging mit 1:0 in Führung. Ein anderes Bild bot sich bei gleicher Eröffnung in der Partie von Zbigniew Szczep (Brett 1), als er in unübersichtlicher Stellung, mit Figurenverlust infolge einer Bauerngabel konfrontiert, das Remisangebot nicht ausschlagen mochte. Ein weiteres Remis erreichte trotz leicht unvorteilhafter Stellung, die einen starken Springer als Vorposten auf e5 gegen sich sah, Eberhard Christ (Brett 3), aber Julian Kraft (Brett 2) entfesselte gleichzeitig einen derart schönen und wirkungsvollen Angriff gegen einen angedachten Königsinder, der es allerdings nicht bis zur Rochade schaffte und somit einem Trommelfeuer durch wild um sich schlagende Bauern und einer herbeigeeilten Dame ausgesetzt war, dass sich durch Aufgabe das Ergebnis erhöhte. Ein spannendes Spiel konnte Phillip Buth (Brett 6) mit seiner Englischen Eröffnung verbuchen. Hier gab es beiderseitige Angriffe mit unklarer Prognose, doch stellte sein Gegner im Übermut seiner Drohung eine Leichtfigur ein, was ebenfalls zum baldigen Erfolg reichte. Eine mustergültige Partie á la Lanka erlebte man von Dirk Schmidt (Brett 7), als er unter Zuhilfenahme der f- und g-Bauern nebst Errichtung einer Dame-Turm-Batterie seinen Gegner in arge Verteidigungsnöte zwang, bis dieser schließlich kapitulierte. Stefan Günther (Brett 8) versuchte, positionell zu agieren, um im entscheidenden Moment Schwächen in der gegnerischen Stellung nachzuweisen. Dies gelang, als sich der Kampf im Zentrum zu forcieren begann, und endete nach Damentausch mit einem Mehrbauern, der zu noch größerem Vorteil, und schließlich zum Sieg führte. Einzig Stefan Leser (Brett 4) musste sich diesmal geschlagen geben, nachdem er in verheißungsvoller Stellung nicht ausreichend acht auf die Fluchtfelder seiner Dame gab, diese dann verloren ging und den Endstand von 6:2 für Weingarten sicherstellte.

Auftaktsieg für Weingarten in Leutkirch

Nachdem Weingarten IV am vergangenen Sonntag schon in der B-Klasse mit 6:0 in Ertingen gewinnen konnte, startete nun auch Weingarten I gegen das mitfavorisierte Leutkirch I in der Bezirksliga mit 5.5:2.5 erfolgreich. Der Punkt von Zbigniew Szczep (Brett 1) wurde kampflos gewonnen, da sich sein Gegner über die Karenzzeit hinaus verspätete. Zwei Remis durch beide Ersatzspieler Hubert Müller (Brett 8), der zuerst einen Bauern umwandelte und damit über Schachgebote verfügte, sowie Wieland Hoffmann (Brett 7), der bei unrochiertem König versuchte, seine Stellung aktiv aufzubauen, doch in einem festgefahrenen Endspiel landete, sicherten das Ergebnis. Julian Kraft (Brett 2) setzte in der Katalanischen Eröffnung b- und c-Bauern durch, die, bei gleichzeitiger Schachdrohung auf f2 gegen die gegnerische Dame gerichtet, für erheblichen Wirbel sorgten und das Spiel zugunsten von Weingarten entschieden. Einen gewohnt souveränen Engländer sah man von Phillip Buth (Brett 5), wenn auch für den Sieg einige Geduld gebraucht wurde. Stefan Leser (Brett 4) geriet gegen das Londoner System und Colle-Bauern etwas in Zeitnot, was durch ungenaue Züge einen Bauern kostete und damit die Stellung beschädigte. Hingegen konnte Eberhard Christ (Brett 3) sein Angriffsübergewicht, das sich gleich gegen mehrere schwache Punkte auf der 7. Reihe richtete, sorgfältig weiter verstärken, bis die gegnerische Königsstellung zusammenbrach. Die längste Partie, eine Variante aus der Russischen Verteidigung, absolvierte Mannschaftsführer Stefan Günther (Brett 6). Es dominierte auch hier Zeitnot und führte trotz eines Mehrbauern zur Annahme des Remisangebots, da im komplizierten Damenendspiel auch latente Mattdrohungen verborgen waren. So startete Weingarten I erfolgreich in die Saison.